Stellungnahme zur Mobilität in Speyer

Fahrradstraßen werden zu langsam markiert, der Ausbau des Bahnverkehrs wird verschoben und der motorisierte Individualverkehr steigt stetig an. Wir GRÜNEN beobachten diese Entwicklung sehr kritisch mit Blick auf die Klimakrise, auch mit Blick auf die jetzige Pandemie. Menschen mit Atemwegserkrankungen sind stärker von Corona betroffen. Atemwegserkrankungen treten verstärkt in Gebieten mit schlechter Luftqualität auf und arbeiten sich auf Platz 1 der heutigen Zivilisationskrankheiten vor. Auch bei uns im Ballungszentrum sind die Staubbelastungen durch Verkehr und Versiegelung ein großes Problem. Wie wir leben, bedroht nicht nur die klimatische Entwicklung, sondern auch unsere Gesundheit direkt. Corona und die Klimakrise zeigen uns, dass es mittlerweile nicht mehr um kleine Reformen geht, um einen Bus mehr hier oder eine halbe Fahrradstraße dort. Die Frage ist, wo wollen wir hin als Gesellschaft?

 

Wir GRÜNEN stehen für eine Verkehrswende hier in Speyer und dazu brauchen wir mittelfristig den Ausbau des S-Bahn-Haltepunkts Süd, zusammen mit einer Unterführung für Radler*innen. Die Speyerer Verkehrspolitik muss den ÖPNV, den Fußverkehr sowie den Radverkehr stärken, um die Klimaziele zu erreichen und die Menschen, die sich vom Verbrennermotor entfernt haben, in ihrer Entscheidung zu unterstützen. Die Stadt der Zukunft wird nicht nur aus Straßen für PKW bestehen. Sie wird sich aus einem Netz aus Fahrradstraßen, Fußgängerzonen, Spielstraßen, Schienen und Straßen nur für den ÖPNV und Lieferverkehr zusammensetzen. Bevor der MIV unattraktiver gemacht werden kann, müssen wir allerdings nachhaltige Mobilitätsangebote stärken. Mobilität muss für alle zugänglich sein, daher muss die Stadt kostengünstige Alternativen schaffen und die Infrastruktur dafür langsam aufbauen. Der S-Bahn-Haltepunkt-Süd ist Teil dieser Infrastruktur. Die Fahrradstraßen auch.

Nichtsdestotrotz gilt es immer die aktiven Bürgerinnen und Bürger bei der Verbesserung der Pläne zu beteiligen. Wir müssen einen Weg finden, um das vom S-Bahn-Haltepunkt betroffene Quartier möglichst wenig zu belasten und gemeinsam erörtern wie der Stadtteil von einem zusätzlichen Halt profitieren kann. Durch mehr Grün, durch weniger Autos und eine angenehmere Mobilität der Pendler*innen, Senioren und Kinder, die mit dem Fahrrad unter der Unterführung am S-Bahn-Haltepunkt schneller und sicherer zur Schule kommen. Wir setzen uns nach wie vor dafür ein, dass der Ausbau zusammen mit den Anwohnenden und Betroffenen umzusetzen ist. Wir wünschen eine Bürger*innenversammlung, die Mobilität in Speyer diskutiert, den S-Bahn-Haltepunkt, die Fahrradinfrastruktur und das kritische Thema des ruhenden Verkehrs. Das geht natürlich erst nach Corona, während Corona laden wir GRÜNE herzlich zu unserer nächsten Parteisitzung ein, um Visionen zu diskutieren.

Wir werden in Zukunft unsere Lebensweise verändern müssen, nicht weil wir alle GRÜN werden, sondern weil wir uns unsere Freiheiten erhalten wollen. Mit Klimawandel und der Ausbeutung der Natur werden weitere Pandemien, Sandstürme, Hitzewellen, Wasserknappheit, Artensterben usw. folgen. Dann müssen wir uns einschränken, wie uns Corona gerade lehrt. Wir plädieren dafür, vorsorgend zu handeln. Für unsere Gesundheit und unsere Freiheit.

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