Umweltausschusssitzung am 16.12.19 / Baumfällungen

In der Sitzung wurden Baumfällungen und Nachpflanzungen im Stadtgebiet Speyer vorgestellt. Als Ausgleich für 87 Fällungen werden im kommenden Jahr 141 Bäume neu gepflanzt. Hört sich gut an- ist es aber nicht!

Um die CO² – Speicherung, die Transpirationsleistung, die Stickstoffbindung oder die Filterwirkung eines erwachsenen Baumes auszugleichen, müssten für einen erwachsenen Baum, zwischen 40 und 50 Neupflanzungen erfolgen. Um die ökologischen Leistungen der gefällten Bäume auszugleichen, müssten Neupflanzungen in der Größenordnung von etwa 4.000 Bäumen erfolgen. Speyer wird mit den Pflanzungsplänen nicht grüner, sondern düsterer.

Die grüne Fraktion beklagt auch die Baumartenwahl, in der kein Baum der potenziell natürlichen Vegetation erscheint. Stattdessen werden quer durch den bunten Katalog der Baumschulen teure fremdländische Baumarten gepflanzt, die keinen Beitrag für die Biodiversität heimischer Tier- und Pflanzenarten leisten. Zum Einsatz kommen vor allem Zuchtformen mit kleiner und pflegeleichter Baumkrone. Im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels eine falsche Entscheidung. Die geplanten Baumarten entfalten kaum Schattenwirkung im Vergleich zu großkronigen Baumarten, wie Eiche oder Buche und bieten erst Recht kein Lebensraum für die Kleinstlebewelt oder unsere Vögel. Unter dem Strich: ein Armutszeugnis für die großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte – Klimawandelfolgen und Artensterben werden mit einem solchen Plan einfach wegignoriert, statt ein deutliches Zeichen zu setzen.

 

Volker Ziesling

(BÜNDNIS 90 /DIE GRÜNEN Speyer)

 

 

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