GRÜNER Streifzug durch Speyer-Nord

Ein Teil der SPEYRER GRÜNEN FRAKTION war am 21.05.2019 mit Interessierten aus dem Stadtteil auf Streifzug. Vom Heinrich-Lang-Platz ging es durch die alte Siedlung zum Erlenweg bis hin zum Feld an der Kaserne.

Als Gast war Martina Sans aus Otterstadt. Sie kandidiert auf der GRÜNEN ALTERNATIVEN LISTE (gal). Diese Gruppierung spricht sich wie die Speyerer GRÜNEN klar gegen die aktuelle Planung des Pionier Quartier Geländes Speyer-Otterstadt aus.

Leben in der Siedlung – ein liebenswerter Stadtteil in Speyer

Speyer-Nord liegt als Stadtteil am weitesten von der Innenstadt entfernt. Die meisten der dort lebenden Menschen fühlen sich wohl.

Für Kinder gibt es gute Bildungsangebote mit Kitas, Spielwohnung „Nordpol“ und Schulen. Die Grund- und Realschule plus sind im Stadtteil gut zu Fuß erreichbar. Das MGH als Treffpunkt ist beliebt. Beim monatlichen Frühstück findet belebter Austausch statt. Wer mal in die Siedlung gezogen, möchte in der Regel nicht mehr so schnell weg.

Die „Soziale Stadt“ wirkt positiv. Der Stadtteil ist attraktiver geworden. Neue Treffpunkte wie das MGH (früher OTW) sind entstanden. Bereits vorhandenes Netzwerk von Vereinen und Gruppen ist gewachsen. Ehrenamtliches Engagement findet statt.

Natürlich hat die Siedlung auch so manche Herausforderungen zu bestehen. Der Stadtteil war schon immer ein Ort, der durch Zuwanderung und Flucht geprägt ist.

Aussiedler*innen

Vor Jahrzehnten waren es die Aussiedler*innen, die in die Siedlung gekommen sind. Familien mit zum Teil zahlreichen Kindern fanden in Kitas und Schulen sowie in der Nachbarschaft wertvolle Unterstützung. Integration stand an. Die zweite Generation der Aussiedler*innen hat inzwischen selbst eine Familie, deren Kinder als Siedler*innen angekommen sind.

Asylsuchende / Flüchtlinge

Seit ein paar Jahren leben Flüchtlinge und Asylbegehrende in unserer Stadt, so auch in der Siedlung. Eine kommunale Unterkunft im Birkenweg sowie eine Erstaufnahmeeinrichtung unter Verantwortung des Landes sind entstanden. Sie bietet Asylsuchenden Raum und Zeit anzukommen und sich neu zu orientieren. Eine wichtige humanitäre Aufgabe, die hier zu erfüllen ist. Die Rheinland-Pfälzische Landesregierung hat die Entscheidung für die Unterbringung in der ehemaligen Kaserne – in den Immobilen des Bundes – getroffen.

Landeseinrichtung: Aktuell leben 500 Menschen in der Einrichtung. Die anstehenden Umbaumaßnahmen seien im Plan. Der Start für die Erstaufnahmeeinrichtung ist zum 01.07.2019 vorgesehen. Nach Auskunft der Polizei gibt es keine aktuellen Vorfälle.

Für eine gut funktionierende Arbeit braucht es Offenheit. Ehrenamtliche und Hauptamtliche sind bestens zu vernetze. Dafür braucht es eine funktionierende Kommunikation. Hier ist noch Verbesserungsbedarf.

Verkehr – gute Versorgung durch den ÖPNV (Bus und Bahn)

Mobil mit Auto, Rad und zu Fuß …, aber der Lärm

Die Siedler*innen sind mobil mit dem Bus, dem Auto, dem Rad, zu Fuß und der Bahn (S-Bahnhaltestelle Nord-West). Die Auestraße zum Einkaufen und in die Innenstadt sind gut erreichbar.

Die Autobahn A 61 und die B 9 – ein enormer Lärmfaktor. Seit Jahren ein ungelöstes Problem. Die Siedlung braucht endlich einen guten Lärmschutz an der A 61 und B 9. Die Waldseer Straße und Spaldinger Straße werden oft zu schnell befahren. Ein erster Schritt zu mehr Ruhe und Sicherheit wären Verkehrskontrollen.

Nahversorgung – Heinrich-Lang-Platz

Um den Heinrich-Lang-Platz – dem früheren Siedlungszentrum – findet mittwochs ein kleiner Markt mit 1-3 Ständen statt. Eine Erweiterung wäre vorstellbar. Die Bäckerei gegenüber backt noch Brot und frische Brötchen. Geschäfte wie die Post und die Metzgerei sind weg. Dies wird bedauert.

Im Umfeld ist Nahversorgung vorhanden. Seit geraumer Zeit befindet sich „ÜMIT“,  ein Geschäft für Lebensmittel in den ehemaligen Räumen des „Rettinger“ im Erlenweg. Daneben ein Imbiss mit Hähnchen. Die Geschäfte sind gut angelaufen.

Langfristig ist das alte Bauhaus zur weiteren Nahversorgung vorgesehen.

Des Weiteren sind Einkäufe im näheren Umfeld in der Iggelheimer Straße und Auestraße möglich.

Gastronomie – ein gutes Lokal zum Essen im Stadtteil

Bistro oder Gourmet-Restaurant. Was geht in der Siedlung? Der Wunsch „im eigenen Stadtteil gut essen zu gehen“ ist zu hören. Was in Otterstadt funktioniert, könnte doch auch in der Siedlung funktionieren. Woran liegt´s?

Artenvielfalt – Gärten sichern

Auch in der Siedlung gibt es immer mehr Schottergärten. Weder für´s Klima noch für´s Auge gut. Viele Tier- und Pflanzenarten sind in unseren Siedlungsräumen akut gefährdet. Die intensive Flächeninanspruchnahme ist dafür eine Ursache. In Rheinland-Pfalz sind aktuell 65% der Schmetterlinge gefährdet und vom Aussterben bedroht. Auch über die Hälfte aller Wild-Bienenarten als Hauptbestäuber für über 80% aller Anbaukulturen sind gefährdet und vom Aussterben bedroht.

Naturnah gestaltete Gärten können zumindest im Ansatz gegen die gravierenden Auswirkungen im Ökosystem etwas entgegen steuern. Ziel ist, die (Vor-) Gärten ökologisch(er) und attraktiv(er) zu gestalten. Weg von Kies, Splitt und Schotter – hin zu mehr Artenvielfalt. Zur Umsetzung braucht es mehr Infos, um Bewusstsein und Projekte zu schaffen wie zum Beispiel am Jugendcafé „Gärtnern für Jugendliche“.

Pionier Quartier Speyer

  • GRÜNE sagen JA zu interkommunale Zusammenarbeit – Speyer-Otterstadt- Waldsee
  • GRÜNE sagen NEIN
    • zum Pionier Quartier Speyer
    • zur Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen

 

Die Speyerer GRÜNEN sind für eine interkommunale Zusammenarbeit. Dabei sind die Interessen der Einwohnerinnen aus der Stadt und Gemeinde einzubinden.  Kooperation macht Sinn, wie bei Feuerwehr, Nahversorgung, Wohnraum, Schulen und Gewerbe. Es können sich Synergien entwickeln. Beim Pionier Quartier Speyer will Stadtverwaltung 40 ha Fläche nutzen, um Gewerbe und Wohnraum u. a. auf landwirtschaftlicher Fläche zu setzen. Davon über 20 ha auf Otterstadter Gelände.

GRÜNE sprechen sich gegen die weitere Versiegelung im Norden aus. Ein  der Stadt Speyer bereits zur Verfügung gestellter Teilbereich der Kaserne kann mit Wohnraum gestaltet werden.

Irmgard Münch-Weinmann

Für die GRÜNEN

(GRÜNE Spitzenkandidatin für den Stadtrat und Bezirkstag)

 

Verwandte Artikel